Heizung und Warmwasser

Solarthermieanlagen können vielseitig eingesetzt werden. Neben der reinen Erwärmung des Brauchwassers, besteht auch die Möglichkeit die Anlage zusätzlich als Heizungsunterstützung zu verwenden.

Neben privaten Haushalten, finden sich auch in öffentlichen und kommunalen Einrichtungen (Kindergärten, Schwimm- und Freibäder etc.) sowie bei Unternehmen (Prozesswärme, Duschen, Heizungsunterstützung etc.) viele Einsatzmöglichkeiten.

Brauchwassererwärmung

Eine Solarthermie-Anlage kann im Sommer den Warmwasserbedarf vollständig decken, selbst im Winter kann sie unterstützend zum konventionellen Brauchwasserheizsystem eingesetzt werden. Dabei können etwa 60 % der für die Warmwasserbereitung anfallenden Wärmekosten eingespart werden.

Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich durch Wasch- und Spülmaschinen mit Warmwasseranschluss. Durch das solar erwärmte Wasser wird elektrische Energie zum Aufheizen gespart.

Ergänzender Hinweis zur Brauchwassererwärmung: Bei größeren Anlagen zur Warmwasserbereitung ist ein Schutz gegen Keimbildung, beispielsweise durch Pufferspeicher mit Trinkwasserstationen, zu berücksichtigen.

Für die Anlagendimensionierung können folgende Faustzahlen herangezogen werden:

  • Kollektorfläche
    • 1,0 bis 1,3 m² pro Person für Flachkollektoren
    • 0,8 bis 1,0 m² pro Person für Röhrenkollektoren
  • Speichervolumen
    • 60 bis 80 Liter pro Person

Heizungsunterstützung

Neben dem Einsatz zur Brauchwassererwärmung können Solaranlagen auch die vorhandene Heizung unterstützen. Dafür werden eine größere Kollektorfläche und ein leistungsfähigeres Speichersystem benötigt.

Je nach Baustandard des Gebäudes können so 20‑30 % der Heizkosten eingespart werden. Besonders zweckmäßig sind solarthermische Anlagen zur Heizungsunterstützung bei Niedertemperatur- und Fußbodenheizungen. Die größte Wirkung erzielt die Heizungsunterstützung bei thermisch hinreichend gedämmter Gebäudehülle.

Als Richtwerte für die Dimensionierung können folgende Größen herangezogen werden:

  • Kollektorfläche
    • 0,9 bis 1,0 m² pro 10m² Wohnfläche für Flachkollektoren
    • 0,5 bis 0,6 m² pro 10m² Wohnfläche für Röhrenkollektoren
  • Speichervolumen
    • 45 bis 60 Liter pro 10m² Wohnfläche
    • zusätzlich 50 Liter pro Person

Schwimmbadabsorber

Schwimmbadabsorber (Quelle: Roth-Werke)

Schwimmbadabsorber stellen eine der einfachsten Realisierungen für Solarkollektoren dar. Das Wasser zirkuliert zwischen Schwimmbecken und einem lediglich aus schwarzen Kunststoffschläuchen oder Platten bestehenden Kollektor. Durch die Nutzung in den Sommermonaten fallen Angebot und Bedarf an solarer Wärmeenergie zusammen. Nur in Ausnahmefällen ist eine konventionelle Zusatzheizung nötig. Die Wärmekosten sind mit 2,5‑5,0 Cent/kWh konkurrenzfähig zur Wärmeerzeugung durch Öl oder Gas.

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